Bodenschutz Urban

Böden gehören zu unseren wichtigsten Lebensgrundlagen. Auf ihnen wächst Nahrung, die wir zum Leben brauchen, sie sorgen für sauberes Grundwasser, sie bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere und sie speichern große Mengen an Kohlenstoff. Gerade in Zeiten des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung sind intakte Böden von großer Bedeutung.

Durch das unaufhaltsame Wachstum unserer Städte verschwinden jedoch immer mehr Flächen an fruchtbaren Böden unter Asphalt und Beton, sodass wir den Boden unter unseren Füßen verlieren. Das Projekt Bodenschutz Urban macht mit unterschiedlichen Aktionen darauf aufmerksam.

In Deutschland werden im Durchschnitt 73 ha Boden pro Tag überbaut. Die Hälfte davon wird vollständig versiegelt. Das entspricht einer Fläche von 102 Fußballfeldern. Trotz dieses Flächenfraßes wird Boden in Städten weiterhin vor allem als potentiell bebaubare Fläche wahrgenommen und seine wichtigen Funktionen werden dabei häufig übersehen. Außerdem werden auf Grund der erhöhten Luft- und Wasserverschmutzung die Böden in Städten durch Schadstoffe besonders hoch belastet.

Wie können unsere Böden auch in urbanen Gebieten geschützt werden? Sollen die wenigen noch vorhandenen Freiflächen in unseren Städten überbaut werden oder ist ein anderer bodenschonenderer Umgang mit ihnen denkbar? Bereits jetzt tragen viele von uns – bewusst oder unbewusst – zum Bodenschutz in urbanen Räumen bei. Angefangen mit der schon seit über hundert Jahren existierenden Kleingartenbewegung oder dem Urban Gardening und Urban Farming, bis hin zu Protesten für den Erhalt von innerstädtischen Freiflächen, engagieren sich Bürgerinnen und Bürger für eine alternative Nutzung von Freiflächen in der Stadt und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum urbanen Bodenschutz.

Die UN Generalversammlung hat das Jahr 2015 zum Jahr des Bodens erklärt. Das Projekt Bodenschutz Urban nutzt diesen Anlass, um Bürgerinnen und Bürger verstärkt für Bodenthemen in urbanen Räumen zu sensibilieren.

Die Ausstellung

Die Wanderausstellung „Bodenschutz Urban“ richtet sich an alle, die mehr über die Böden in unseren Städten erfahren wollen. In anschaulicher Weise werden die Grundlagen von Bodeneigenschaften und Bodenfunktionen nähergebracht, typische Stadtböden vorgestellt und die Belastungen von Böden in urbanen Räumen erläutert. In praktischen Experimenten und anhand von anfassbaren Erlebnisstationen können die Eigenschaften und Beeinträchtigungen der Böden in urbanen Räumen nachvollzogen werden.

 

Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung und wird im Laufe der Jahre 2015 und 2016 in mehreren Gemeinden in Deutschland zu sehen sein.

 

Parallel zu der Ausstellung Bodenschutz Urban werden Bilder der Fotografin Annabelle Graf ausgestellt, die sich in ihrer Arbeit mit der Frage beschäftigt, ob es auch in Berlin fruchtbare Erde gibt und wie diese sich zeigt.

Termine:

22.04.2016 bis 18.05.2016

o’pflanzt is Gemeinschaftsgarten München
Schwere-Reiter-Straße Ecke Emma-Ihrer-Straße
80797 München

20.05.2016 bis 29.06.2016

ANNALINDE Obstgarten Leipzig

Bürgerbahnhof Plagwitz
Limburger Straße Ecke Röckener Straße
04229 Leipzig

01.07.2016 bis 03.08.2016 Gartendeck Hamburg
Große Freiheit 62-68

Hamburg
(zwischen St.Pauli Druckerei und Grünspan/Indra)

Video: Hofbegrünung
Video: Boden entsiegeln
Video: Friedhöfe
Video: Wurmkiste
Video: Hochbeet

Aktionstage

Wie wollen wir künftig mit der knappen Ressource Boden umgehen? Wie könnte eine bodenschonendere Stadtplanung zukünftig aussehen? Was kann jeder von uns zum Bodenschutz in der Stadt beitragen? Diese Fragen standen beim Aktionstag „Bodenschutz Urban“ am 05.09.2015  im Fokus.

Auf dem Gelände der Prinzessinnengärten in Berlin fand ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema Boden statt. Darüber hinaus wurde die vom UfU konzipierte Ausstellung „Bodenschutz Urban“ eröffnet. Danke an alle die dabei waren, es hat Spaß gemacht mit Euch!

Die Fotos stammen von Annabelle Graf

Programm:
11:00 Uhr

Fahrrad-Exkursion
Mit Dr. Thomas Nehls (TU Berlin) und Svenja Nette (Prinzessinnengärten)
Verschiedene Stationen in Berlin-Kreuzberg werden in einer geführten Fahrradtour angefahren und ihre Entstehung sowie ihre stadtökologischen Eigenschaften vorgestellt. Darunter unter anderem der Volkspark Hasenheide, der teilweise über aufgeschüttenden Kriegstrümmern angelegt wurde, und ein riesiges Regenwasserrückhaltebecken am Columbiadamm, in das nach Starkregenereignissen Abwässer vom ehemaligen Flughafen Tempelhof und den umliegenden Straßen abgeleitet werden.

Der Treffpunkt zum Start der Tour: 11:00 Uhr, Prinzessinnengärten.
Ein eigenes Fahrrad sollte mitgebracht werden. Es können auch Fahrräder angemietet werden, falls dies benötigt wird, bitte vorher Bescheid geben unter bodenschutz@ufu.de

14:00 Uhr

Workshops:

Urban Gardening – Workshop zum Bau von Hochbeeten
Da der vorhandene Boden in Städten häufig mit Schadstoffen belastet ist, sind Hochbeete ein wichtiges Element des Urban Gardening. Außerdem sind Hochbeete mobil und können nahezu überall aufgestellt werden. So kann Gemüse in Bioqualität auch mitten in der Stadt angebaut werden. Wie man Hochbeete selbst baut, kann in diesem Workshop erlernt werden. Die im Rahmen des Workshops gebauten Hochbeete werden anschließend dem Schulgarten der Heinrich-Zille-Schule in Berlin-Kreuzberg zur Verfügung gestellt.

Boden selbst herstellen – Workshop zum Bau einer Kompostieranlage
In jedem Haushalt fallen täglich organische Abfälle an. Diese sind viel zu schade für die Mülltonne. Durch Kompostierung werden sie zu wertvollem Dünger, der unsere Böden fruchtbarer macht. In diesem Workshop wird gezeigt, wie man eine Komostieranlage ganz einfach selbst bauen kann. Die im Rahmen des Workshops gebaute Kompostieranlage wird anschließend den Bewohnern einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin zur Verfügung gestellt.

Entwicklung von Stadtbrachen – Workshop in Form eines Stadtrundgangs
Mit Dr. Ina Säumel (TU Berlin)
Durch Krieg und Teilung sind in Berlin viele Freiflächen entstanden, die lange Zeit ungenutzt blieben und teilweise von der Natur zurückerobert wurden. Seit der Wende wurden viele dieser Freiflächen entwickelt und bebaut. In diesem Workshop werden verschiedene ehemalige und noch existente Stadtbrachen besichtigt und die Auswirkungen ihrer gegenwärtigen Nutzung auf den Boden erläutert und diskutiert.

16:15 Uhr Vortrag: Ökosystemdienstleistungen von Böden in der Stadt
Prof. Dr. Dagmar Haase (HU Berlin und UFZ Leipzig)
16:45 Uhr

Podiumsdiskussion: Urbaner Bodenschutz im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Stadtentwicklung
Mit Amy Green (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS), Sabine Hilbert (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin), Klaus Mindrup (Mitglied des Bundestages, Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) und Marco Clausen (Prinzessinnengärten)

17:45 Uhr Offizielle Ausstellungseröffnung Bodenschutz UrbanDie Ausstellung Bodenschutz Urban informiert über Eigenschaften und Belastungen von Böden in der Stadt. Sie wurde konzipiert vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen – UfU e.V.Parallel zu der Ausstellung Bodenschutz Urban werden Bilder der Fotografin Annabelle Graf ausgestellt, die sich in ihrer Arbeit mit der Frage beschäftigt, ob es auch in Berlin fruchtbare Erde gibt und wie diese sich zeigt.
Ort:

Prinzessinnengärten
Prinzenstrasse 35 – 38
10969 Berlin

Kontakt

Impressum

ufu

Unabhängiges Institut für Umweltfragen – UfU e.V.

Greifswalder Straße 4

10405 Berlin

Kontakt: bodenschutz@ufu.de

Dieses Projekt wird gefördert von:

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Internetseite liegt bei den AutorInnen des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen – UfU e.V..

Disclaimer

 

Wir haben auf unserer Seite Links zu Seiten im Internet gelegt, deren Inhalt und Aktualisierung nicht dem Einflussbereich von UfU e.V. unterliegen. Für alle diese Links gilt: „Das Unabhängige Institut für Umweltfragen – UfU e.V. hat keinen Einfluss auf Gestaltung und Inhalte fremder Internetseiten. Es distanziert sich daher von allen fremden Inhalten, auch wenn von der Internetseite www.bodenschutz-urban.de auf diese externe Seiten ein Link gesetzt wurde.“ Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Seite angezeigten Links und für alle Inhalte der verlinkten Seiten und deren weiterführenden Links.